" /> 7 vermeidbare Anfängerfehler im Wohnmobil- von einer Anfängerin - CAROTTES REISE

7 vermeidbare Anfängerfehler im Wohnmobil- von einer Anfängerin

Frau vor Wohnmobil

Als Detlev im Mai 2018 in mein Leben trat, war ich nicht unbedingt ein Camping-Anfängerin, als Wohnmobilfahrerin allerdings war ich vollkommen ahnungslos. Vermeidbare Anfängerfehler im Wohnmobil sind mir haufenweise unterlaufen. Ich bin zugegeben auch nicht immer wahnsinnig konzentriert. Einige meiner liebsten Anfängerfehler im Wohnmobil wären aber trotzdem vermeidbar gewesen.

Im Netz gibt es natürlich viele Tipps und Tricks zum Thema Anfänger im Wohnmobil – aber dann wirklich loszufahren, so ganz alleine, war für mich jedenfalls noch mal eine Herausforderung in sich. Vielfach wurde mir geraten, dass ich doch erst einmal ein Wohnmobil mieten könne, um zu gucken, ob das Wohnmobilleben überhaupt etwas für mich ist, aber ehrlich gesagt, mit einem gemieteten Wohnmobil loszufahren, hätte ich mich noch weniger getraut, als mich mit dem eigenen Wohnmobil auf die Straße zu wagen.

Überhaupt ist es nicht so meins, immer erst Dr. Google-Experte für was-auch-immer zu werden. Wenn man deutsche Wohnmobil-, Grill-, Hunde, Foto- (die Liste ließe sich hier beliebig erweitern) Foren durchstöbert, habe ich jedenfalls meistens das Gefühl, ich müsste erst ein kleines Studium absolvieren oder wenigsten doch Internetexperte werden, bevor ich mich überhaupt an die Praxis wagen darf. Dafür fehlt mir aber in der Regel sowohl die Zeit als auch die Geduld. Darum habe ich mich als purer Anfänger eben kopfüber in die Praxis gestürzt.

Ich hatte niemanden dabei, als ich anfing, nach gebrauchten Wohnmobilen zu gucken und mein Wissen zu Autos im Allgemeinen und Wohnmobilen im Besonderen ist ziemlich rudimentär. Zum Glück konnte ich Detlev bei einem sehr netten Wohnmobilhändler in Hamburg erstehen, der mir auch nach dem Kauf noch lange mit Rat und Tat zur Seite stand, von der wirklich sehr ausführlichen Einweisung, als ich Detlev abholte, mal ganz abgesehen.

Blöde Anfängerfehler habe ich trotzdem am laufenden Band produziert. Hier sind die Top-Seven meiner vermeidbaren Fehler, oder – um es positiv auszudrücken – Erfahrungen, die ich gesammelt habe, nicht unbedingt sortiert nach Wichtigkeit…

Anfängerfehler Nr. 1: Tanke Wasser, wenn du kannst

Aus irgendeinem Grund, den ich mittlerweile nicht mehr so ganz nachvollziehen kann, habe ich am Anfang einfach wirklich oft kein Wasser getankt, wenn ich von einem Stellplatz losgefahren bin, obwohl es dort Wasser gegeben hätte. Sei es, dass ich das Gefühl hatte (und eben, es war nur ein Gefühl), ich hätte noch genug Wasser an Bord oder dass ich dachte, ich könne dann ja auch einfach am nächsten Stellplatz Wasser tanken, so dass ich mir das Reisegewicht sparen könnte… mehr als einmal stand ich dann auf einmal blöd in der Gegend rum und musste ernsthaft Wasser sparen, damit es mindestens noch für die Hunde, für den Kaffee und das Klo reichen würde (in dieser Reihenfolge…).

Es hat nämlich eine Weile gebraucht, bis ich begriffen hatte, dass Detlevs Wasserstandsanzeige, ähnlich wie ein Benzinuhr, zwischen ein Viertel voll und leer nicht so genau misst und überraschend auf einmal auf Null zugeht. Darüber hinaus ist auf Angaben in Stellplatzführern eben auch nicht immer Verlass und nicht überall, wo Wasser angekündigt ist, ist es dann auch wirklich verfügbar. Und manchmal habe ich auf dem Weg von einem zum anderen Stellplatz auch mal meine Pläne geändert und bin woanders zu stehen gekommen, als ich es eigentlich geplant hatte – auf einem Platz ohne Wasserversorgung.

Anfängerfehler Nr. 2: Sichere Schränke und Türen im Wohnmobil – vor dem Losfahren

Das ist, glaube ich, der Fehler, der mir mit Abstand am häufigsten unterlaufen ist – leider bis heute. Ich bin nicht der konzentrierteste Mensch der Welt. Irgendwie habe ich immer den Kopf voll mit allem möglichen Kram, ich plaudere mit den Hunden und mit mir selber – und dann vergesse ich gerne mal, einmal einen ordentlichen Rundumcheck zu machen, bevor ich Detlev die Sporen gebe.

Bis lang, die Liste ist vorläufig, habe ich vergessen die Staufächer außen abzuschließen, die Kleiderschranktür respektive die Badezimmertür zu schließen , Schubladen und obere Staufächer und zu verriegeln, den Imbus für den Grauwassertank abzunehmen. Darüber hinaus habe ich es sowohl geschafft, einmal die Markisenstange hängen zu lassen und einmal die Trittstufe einzuklappen. Beides habe ich erst nach einigen Kilometern bemerkt und hatte mehr Glück als Verstand, dass dabei bei Detlev nichts kaputt gegangen ist.

Sogar den Frischwassereinfüllstutzen habe ich versehentlich schon mal offen gelassen. Das habe ich erst dann bemerkt, als ich schwungvoll in die erste Kurve ging und auf einmal Wasser in der Fahrerkabine stand. Detlevs Wassereinfüllstutzen befindet sich nämlich neben dem Beifahrersitz.

Besonders zerstreut bin ich allerdings, wenn ich mit meiner Schwester unterwegs bin. Wir haben eben erstens immer viel zu besprechen und sind dann mit unseren Gedanken woanders und zweitens tendiere ich dazu, mich sofort auf meine große Schwester zu verlassen, sobald sie dabei ist, während sie wahrscheinlich zu Recht davon ausgeht, dass die letzte Verantwortung für Detlev eben bei mir liegt.

Anfängerfehler Nr. 3: Vermeide es, dein Gepäck falsch zu verstauen

Das mit dem Gepäck und dem richtigen Verstauen ist so eine Sache, jedenfalls was mich angeht und hatte für mich persönlich Auswirkungen auf zwei Dinge:

Elektronik

Dieser Lapsus ist mir erst vor kurzem unterlaufen, als ich mit Detlev im Altenburger Land unterwegs war. Ich hatte es bei der Abreise zu Hause eilig gehabt, das weiß ich noch. Oft, wenn ich mit Detlev losfahre, habe ich all den Kram dabei, den ich nach der letzten Fahrt zu Hause gewaschen und in Ordnung gebracht habe. Das heißt, ich habe unter Umständen eine Menge Gepäck dabei, das irgendwie in Detlev verstaut werden muss.

Meistens aber kann ich es kaum erwarten, endlich auf die Straße zu kommen, deshalb verstaue ich vielleicht noch einigermaßen mit Verstand die verschiedenen Dinge, die in die äußeren Gepäckfächer kommen, meine Reisetasche mit den Klamotten allerdings stopfe ich dann in der Regel nur noch irgendwie in meinen Kleiderschrank.

Im Altenburger Land angekommen stellte ich dann fest, dass irgendetwas mit meiner Elektronik nicht in Ordnung war. Die von meinen Solarpanels gespeisten Aufbaubatterien hatten schlapp gemacht (da bin ich noch nicht ganz sicher, ob das irgendwie auch mein Fehler ist oder ob das tatsächlich mal überprüft werden müsste) und ich wollte Detlev an den Landstrom hängen. Leider schien Detlev da aber andere Informationen zu haben, jedenfalls weigerte er sich energisch, sich am Landstrom zu bedienen und schaltete sich einfach immer wieder aus.

Das Ende vom Lied war, dass ich mich, weil ich so unglücklich mit Detlev war, einen Tag eher wieder auf den Weg nach Hause machte. Spontan übernachtete ich dann aber, weil es so windig war, doch noch eine Nacht in Magdeburg auf dem Stellplatz am Yachthafen. Dem ausgesprochen netten Platzwart dort ist es zu verdanken, dass ich die Bekanntschaft mit Detlevs FI-Schalter machen und feststellen konnte, manchmal ist Strom nur einen Klick weit entfernt. Und: Es ist eine gute Idee, den Kleiderschrank nicht immer so voll zu stopfen.

Heizung

An dieser Stelle muss ich zu meiner Verteidigung sagen, unser Wohnwagen, den meine Schwester und ich jahrelang gefahren haben, hatte keine Heizung und auch fast keine Staumöglichkeiten. Am Anfang war ich also etwas geflasht von all den Möglichkeiten, die Detlev so bietet. Und außerdem war ich etwas naiv.

Als meine Schwester mich letzten Sommer für zwei Wochen auf meiner Tour mit Detlev begleitete, hatte ich mein ganzes Gepäck schon in Detlev verstaut und wahrscheinlich war ich dabei ein bisschen ausufernd und hatte mehr als die Hälfte des Stauraums in Anspruch genommen. Jedenfalls fand sie offensichtlich, dass der Heizungsschrank mit dem Boiler doch eine wunderbare Möglichkeit bietet, dort Schuhe und anderen Klimbim zu verstauen, den man nicht so oft braucht. Und das war, auf die Heizung bezogen, eben nur die zweitbeste Idee.

Wir haben dann eine Weile gebraucht, als wie Heißwasser brauchten, bis wir bemerkt haben, dass all das in den Schrank gestopfte Zeugs den Boiler geöffnet hatte und dieser also nicht mehr ansprang. Zwischendurch war ich schon wieder verzweifelt und hatte mich mehr oder minder damit abgefunden, dass bei Detlev anscheinend die Heizung kaputt gegangen war. Aber wie so oft, der Fehler lag in einem schlichten, aber eben wichtigen Detail.

Anfängerfehler Nr. 4: Achte darauf, dein Boilerventil zu schließen

Schon wieder das Boilerventil. Eine Sache, die ich wirklich fast religiös beachte, wenn ich Detlev für längere Zeit wegstelle und/oder wenn ich kaltes Wetter erwarte: Ich lasse sämtliches Frischwasser ab und pumpe außerdem, wenn es kalt werden soll, die Leitungen frei. Danach öffne ich alle Wasserhähne und das Boilerventil und habe das Gefühl, Detlev ist für die nächsten Wochen gut gerüstet.

Blöd wird es nur dann, wenn ich vergesse, das Boilerventil wieder zu schließen, wenn ich Wasser einfülle. Das führte unlängst dazu, dass sich sämtliches Wasser, als ich versuchte, Detlev etwas Heißwasser für den Abwasch zu entlocken, über den Stellplatz ergoss. Zum Glück hatte es sowieso geregne, und Detlevs Tank war auch nur zu einem Viertel voll, es fiel also auf dem Stellplatz nicht so ins Gewicht, aber ich saß dann erst mal auf dem Trockenen. Und das bringt mich dann auch sofort zu Anfängerfehler Nr. 5.

Anfängerfehler Nr. 5: Habe immer eine Notration Wasser im Wohnmobil dabei

Etwas, das ich gelernt habe, auf meine Touren im letzten Jahr: Habe immer mindestens 5 Liter (lieber 10) Frischwasser in Flaschen oder im Kanister dabei. Damit man nämlich nicht auf dem Trockenen sitzt, sollte man mal das Pech haben, doch keine Wasserversorgung auf dem Stellplatz zu haben. Oder falls man zu blöd sein sollte, das Boilerventil zu schließen, bevor man Wasser einfüllt. Es ist jedenfalls immer gut, eine Notration Frischwasser an Bord zu haben.

Anfängerfehler Nr. 6: Nimm Höhen- und Breitenbegrenzungen ernst und glaube deinem Gefühl

Ich gebe es zu: In der Normandie bin ich tatsächlich einmal in ein Strässchen hinein gefahren, dass deutlich und unmissverständlich eine Breitenbegrenzung von 2 m angab. Aber erstens beharrte mein Navigationsgerät darauf, dass ich genau durch diese Straße fahren sollte (und mein Navi ist genau auf die Maße meines Wohnmobils eingestellt) und zweitens dachte ich allen Ernstes, dass die Franzosen es vielleicht mit den Meterangaben nicht so genau nehmen. Ich bin durch die Gasse tatsächlich gerade so durchgekommen, mit mehr Glück als Verstand allerdings. Nochmal würde das allerdings nicht machen.

Nun ja. Ich kann nach meinem ersten Jahr mit Detlev irgendwie ein bisschen verstehen, wie es passieren kann, dass Menschen mit ihren Autos im Hafenbecken landen oder auf einem Feld oder auch in einem Autohaus… ich tendiere auch dazu, meinem Navi einfach zu glauben. Ich weiß gar nicht genau, warum das bei mir so ist. Vielleicht einfach nur, weil die Frau in meinem Gerät immer so spricht, als wüsste sie, was sie tut.

In jedem Fall, und das bringt mich zum zweiten Teil der Überschrift, es ist immer gut auf das eigene Gefühl zu achten. Mehr als einmal ist es mir in Frankreich nämlich auch schon passiert, dass ich in eine Straße einbiegen sollte, die eigentlich mehr einem Feldweg ähnelte, wahnsinnig eng, sehr kurvig, mit überhängenden Bäumen und leider auch so steil, dass schon nach ein paar Metern klar war, da komme ich nun rückwärts auch nicht mehr raus, so dass ich mein Heil in der Flucht nach vorne suchen musste. Rückblickend würde ich sagen, es ist auch in Ordnung mal ein paar Kilometer Umweg in Kauf zu nehmen.

Anfängerfehler Nr. 7: Mache dich mit der grundlegenden Technik deines Wohnmobils vertraut

Das ist eigentlich, rückblickend, vielleicht der wichtigste Rat und auch der, den ich am wenigsten beachtet habe, hauptsächlich deswegen, weil ich so wenig technikaffin bin und eigentlich auch immer wenig Lust habe, mich mit diesen Dingen überhaupt auseinander zu setzen.

Tatsächlich aber habe ich mir fest vorgenommen, in Zukunft den inneren Ingenieur in mir mal ein bisschen wachzurütteln und ans Tageslicht zu zerren. Man muss sich das ein oder andere doch erarbeiten können! Und wie jemand mal so richtig zu mir sagte: Es ist doch schon kaputt, schlimmer kann es nicht mehr werden.

Detlevs Schwachstelle ist seine Wasserpumpe. Die hat im letzten Sommer immer mal rumgemuckt und dann eines Tages in der Normandie hat sie vorübergehend ganz ihren Geist aufgegeben. Da war ich dann fast so weit, dass ich einfach wieder nach Hause fahren wollte. So ganz ohne Wasser, mitten in der Normandie, das fand ich wirklich nur so mittel.

Es war dann der fantastischen Unterstützung in einer Alleinfahrerin-Gruppe bei Facebook zu verdanken, dass ich erstens NICHT nach Hause gefahren bin und zweitens es sogar geschafft habe, die Wasserpumpe halbwegs wieder in Gang zu bringen, so dass sie mindestens für den Rest ihres Urlaubs noch ihren Dienst versehen hat. Danach wurde sie ausgetauscht.

Ich habe mir allerdings fest vorgenommen, mir für nächstes Jahr erstens eine Reservewasserpumpe mitzunehmen und zweitens entsprechende YouTube-Tutorials zu studieren, um zu lernen, wie ich sie auswechseln kann. Wenn mein Sohn sich von YouTube erklären lässt, wie man einen Krawattenknoten bindet, dann sollte doch so eine kleine Wasserpumpe ein Klacks für mich sein.

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