" /> Detlev und ich im Harz - CAROTTES REISE

Detlev und ich im Harz

Dorfstraße mit Kopfsteinpflaster in Ilseburg

Detlev und ich waren wieder unterwegs. Dieses Mal nicht an der Küste sondern weiter südlich, im Harz. Ich wollte endlich mal so richtig wandern gehen mit meinen Hunden, wie mein Freund Divi sagen würde: Mit Rucksack und Butterbroten und Wasserflasche und allem. Und überhaupt, in den Harz wollte ich schon lange mal wieder.

Nach vielem Hin und Her und zahlreichen Überlegungen, wo genau ich hinfahren sollte, wo es besonders schön sein und von wo aus ich gut loswanden könnte und auch, wo es vielleicht besonders schön zu stehen ist, hatte ich mich letztlich für den Ostharz entschieden.

Die Familie meiner besten Freundin kommt von dort und seit meiner frühen Kindheit sind mir die Orte Wernigerode und Derneburg ein vager Begriff. Besuchen wollte ich diese Orte schon lange mal. Dass es dann letztlich doch Ilsenburg geworden ist, lag schlicht daran, dass ein Kollege von mir mir diesen Ort und insbesondere den Stellplatz dort wärmstens ans Herz gelegt hatte und darüber hinaus behauptete Komoot, mein Ratgeber in allen Wander- und Fahrradroutenfragen, dass von dem Wohnmobilstellplatz aus zahlreiche Wanderrouten losgehen würden.

Ich weiß nicht genau, was das bei mir ist, aber ich liebe es wirklich, vorgegebene Routen zu laufen. Beschilderte Routen mit Kilometerangaben, eingezeichnete Routenvorschläge in Büchern oder Wanderbroschüren oder am liebsten eine digitale Route in einem Wandernavi. Leider habe ich bis heute keinen wirklich guten Wandernavi gefunden, der mir so gut gefällt wie die App Kommot auf meinem Handy. Aber der Akku meines Handy macht, wenn man die App benutzt, leider sehr schnell schlapp und immer mit einer Powerbank durch den Wald zu laufen stört irgendwie mein Bild von mir selbst als Wanderer. Darum der Traum vom Wandernavi.

In Ilsenburg direkt neben dem Stellplatz liegt das Nationalparkhaus Ilsetal. Dort gibt es nicht nur meine heißgeliebten Tourenvorschläge gleich schwarz auf weiß auf Papier, sondern auch noch viele gute Tipps gleich mit dazu. Außerdem gab es, als ich dort war, einen sehr netten Mitarbeiter, der mich erst ausführlich nach den Rassen und dem Alter meiner Hunde befragte und mir dann die Tour durch das Ilsetal empfahl.

Und ich wurde nicht enttäuscht. Meine Wanderung hat mich über den sehr romantischen Heinrich-Heine-Weg, an den Ilsefällen und der Bremer Hütte vorbei zur Plessenburg, an den Paternosterklippen entlang und über den Ilsestein wieder zurück zum Stellplatz geführt. 13 km. Eine tolle Tour.

 

Allerdings ist es so, dass der Heinrich-Heine-Weg, der mich schon wegen des Namens angesprochen hat – ich mag Heinrich Heine – ungefähr 5 km immer an der Ilse entlang bergauf führt. Ich habe drei mehr oder minder wasserverrückte Hunde. Beim ersten Hund, Vicky, fand ich das noch süß. Nachdem Carotte in ihrer Wasserverrücktheit allerdings mal drei Meter tief über eine Steilklippe gestürzt ist, fand ich das nur noch bedingt lustig und manchmal, wenn einfach alle drei Hunde total am Rad drehen, weil sie ins Wasser wollen, kann es auch ganz schön nerven. Selbstgemachte Leiden.

In unserem Fall war es so, dass Vicky, die ja schon ein älteres Semester ist und mit Laufen und Klettern genug zu tun hatte und Digger, der eh immer gefällig ist, sich ziemlich schnell wieder eingekriegt haben. Carotte allerdings, die auch nach zwei Kilometern sich immer mehr hochspulte und aufgeregt neben mir hertänzelte, war eine echte Herausforderung für meine Nerven.

Zum Glück hatte ich daran gedacht, den Hunden ihr Zuggeschirr anzulegen, falls ich ihnen mal über einen schwierige Stelle würde hinweg helfen müssen und außerdem hatte ich meinen Fahrradgurt umgeschnallt, just in case. Also habe ich mir Carotte kurzentschlossen vor den Gurt geschnallt und mich von mir ziehen lassen. Und das hat richtig viel Spaß gemacht. Mir und ihr. Sie hatte etwas zu tun und konnte ihre aufgestaute Energie abarbeiten und ich wurde von meinem Hund bergauf gezogen. Großartig.

Riesenschnauzer im Zuggeschirr
Canicross in der Sparversion

 

Wer schon mal auf dem Heinrich-Heine-Weg die Ilsefälle entlang gelaufen ist, der weiß, an einigen Stellen ist es richtig eng. Gerade mal breit genug für einen Wanderer oder meinetwegen auch einem Riesenschnauzer. Einem Riesenschnauzer, der sich am liebsten in den Fluss stürzen würde, der zum Teil einige sehr abschüssige Meter weiter unten neben uns herfloss. Vertrauensbildende Maßnahmen der besonderen Art und ich wurde nicht enttäuscht. Carotte hat ihre Sache toll gemacht, in jeder Hinsicht.

 

An der Plessenburg und dann noch mal am Ilstestein haben wir jeweils eine Rast gemacht und ich wurde einige Male auf meine wohlerzogenen Hunde im allgemeinen und auf Carottes unermüdlichen Einsatz im Geschirr im besonderen angesprochen. Balsam für eine geschundene Hundebesitzerseele. Ich kenne auch andere Kommentare.

Carotte hätte mich ganz sicher auch direkt bis ins Wohnmobil gezogen, den letzten Kilometer ungefähr, an dem es noch mal ziemlich zügig bergab ging, musste ich aber doch darauf verzichten und Carotte bitten, wieder neben mir zu laufen. Das hätten meine armen strapazierten Beine, glaube ich, nicht mehr ausgehalten. Der Muskelkater am nächsten Tag war auch so schon schlimm genug, denn sich vom Hund den Berg raufziehen zu lassen ist natürlich eine tolle Sache, die Muskeln beansprucht es aber trotzdem, gerade die Muskeln, von denen ich nicht einmal ahnte, dass ich sie überhaupt habe. Zumal ich leider meine Wanderschuhe zu Hause vergessen hatte und ich, da ich ja nunmal zum Wandern gekommen war, in meinen Sneaker-Schläppchen unterwegs war. Da gab es den Muskelkater in den Füßen gleich gratis mit dazu. Wie meine Mutter an der Stelle gesagt hätte: Es gibt kein größer Leid als das, was man sich selbst antut.“

Nicht unbedingt die beste Schuhwahl

 

Jedenfalls war das Wandern toll. Der Stellplatz, den ich am Freitagnachmittag noch ziemlich doof gefunden hatte, war dann eigentlich auch noch ganz schön. Und der Ladenbesitzer, der auch den Stellplatz verwaltet und den ich am Freitag noch etwas seltsam gefunden hatte, hat sich dann doch noch als sehr nett entpuppt und mir schon für das nächste Mal eine neue Wanderroute empfohlen. Ich komme also bestimmt mal wieder. Vorzugsweise dann mit Wanderschuhen und auf jeden Fall wieder mit einem Riesenschnauzer, der mich beim Laufen unterstützt.

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