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Die erste Nacht ...

… war aufregend, spannend, und voller Selbstzweifel.

 

Wäre mein Freund Divi nicht gewesen, ich wäre wohl nicht direkt am nächsten Tag mit meinem Wohnmobil ins Wochenende gestartet.

 

Ohne Divi hätte ich wahrscheinlich einfach noch eine Woche gewartet und wäre mit meiner großen Schwester am verlängerten Himmelfahrtswochenende losgefahren. Denn davon abgesehen, dass meine große Schwester meine große Schwester ist, ist sie außerdem Ingenieur – mit ihr an meiner Seite ist selbst mir das ein oder andere auf einmal nicht mehr zu schwer.

 

Aber darum geht es ja gerade. Ich will lernen, alleine zu verreisen. Und Divis Sorge war, vollkommen berechtigt, dass ich nie mehr alleine losfahren würde, wenn ich mich erstmal auf die Hilfe meiner großen Schwester verließe.

 

Also habe ich die Gelegenheit für einen Besuch in der Hunde-Tagesstätte Smiling Dog bei Meike und Sabine genutzt, um mein Wohnmobil mit allerhand Kram zu befüllen, mir meine Hunde zu schnappen und loszufahren.

Meine Ausrüstung für die Wohnmobil-Tour
Meine Ausrüstung für die Wohnmobil-Tour

So einen überstürzten Aufbruch kann ich allerdings nicht empfehlen. Denn anstatt alles gleich an Ort und Stelle zu räumen, habe ich meine Sachen einfach ins Wohnmobil geschmissen und bin losgefahren. Und das war nur die zweitbeste Idee.

 

Ich  bin mir zum Beispiel ganz sicher, dass ich Mülltüten mit an Bord genommen habe und diese irgendwann auch schon mal in der Hand hatte. Aber ich kann sie beim besten Willen nicht wiederfinden.

 

Unglaublich auch wie oft man ein und den selben Gegenstand immer und immer wieder verlegen kann. So habe ich die ersten Tage zum Beispiel ständig meinen Wohnmobilschlüssel gesucht und dabei Blut und Wasser geschwitzt.

 

Für mich lautet die Lösung, alles immer an einen festen Ort zu tun. Sonst bin ich aufgeschmissen.

 

Zweimal habe ich den Schlüssel dann in einem der Staufächer gefunden, die schon abgeschlossen, aber zum Glück noch nicht verriegelt waren. Ähnlich ging es mir mit meinem Portemonnaie, meiner Parkkarte, dem Handy…

 

Darüber hinaus war – wie Isa von Isas WoMo schon so schön beschrieb, meine Tour  gefüllt mit Höhen und Tiefen. Und trotz der guten Tipps, die ich vor dem Start natürlich alle gelesen habe, kam auch ich nicht drumrum: Hochgefühl, Vorfreude, Stolz, Zweifel und auch ein bisschen Einsamkeit waren meine Begleiter.

 

Generell bin ich ein Mensch, der sich ständig um alles Gedanken macht. Leider. Ich wäre so gerne voller Vertrauen in das Leben und das Universum. Aber irgendwie schaffe ich das nur sehr selten. Und so ist meine Fahrt, bei aller Begeisterung eben auch mit Sorgen und quälenden Gedanken gefüllt. Das sind dann meine Tiefs.

 

Aber es gibt auch Momente des Glücks. Wenn meine Hunde und ich entspannt vor dem Wohnmobil liegen. Wenn mir wieder etwas gelungen ist, der Strom, das Wasser, das Einparken. Wenn ich mit meinen Stellplatznachbarn nette Gespräche führe… das sind dann meine Hochs.

 

Und dann gibt es noch alles dazwischen. Ob das Wohnmobilleben wirklich so wird, wie ich es mir vorstelle? Das wird sich zeigen. Jetzt gerade versuche ich, den Augenblick zu leben. Und der ist gut.

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