" /> Der Anfang... - CAROTTES REISE

Das Leben

Der Anfang…

Hunde rennen auf Feldweg auf den Betrachter zu

Drei rennende Hunde

Zwei Hunde laufen am Fahrrad

 

Ich bin Anfang 50. Lehrerin. Meine Kinder sind ein paar Jahre schon aus dem Haus, der eine lebt in Berlin und ist fertig mit dem Studium, der andere studiert in Hamburg. Meine ersten beiden Fächer sind Deutsch und Erdkunde, für das Lehramt an Gymnasien. Deutsch mein Lieblingsfach. Erdkunde mein Irrtum. Darstellendes Spiel mein Drittfach.

Vor ungefähr 7 Jahren hatte ich die Idee, zu unserer Zwergschnauzerhündin Vicky einen zweiten Schnauzer in unsere Familie zu holen: Carotte.

Zu meiner Beschämung muss ich gestehen, dass ich das ganze Thema Riesenschnauzer mit einer unglaublichen Naivität und auch einer gewissen verklärten Sentimentalität angegangen bin:

Sentimental: Ich wollte einen Riesenschnauzer, weil ich die Riesenschnauzer schon früher im Hundesportverein immer so toll gefunden habe. Ich wollte einen Riesenschnauzer, weil meine Kinderfreundin auch einen hatte. Und ich wollte einen Riesenschnauzer, weil die Schwester meiner damaligen Klassenkameradin in einem Waldstück ganz in unserer Nähe ermordet worden ist und ich die Vorstellung hatte, dass ich, mit einem Riesenschnauzer an meiner Seite, endlich wieder auch in diesen Wald ohne Angst würde spazieren gehen können. Naiv: Irgendwie dachte ich, mit einem Riesenschnauzer würde ich einen Zwergschnauzer in groß bekommen.

Und letztlich habe ich bekommen, was ich wollte und noch viel mehr: Carotte ist ein toller Beschützer, in allen Lebenslagen. Ein super Sporthund. Mein Seelenkompass. Mein unermüdlicher Begleiter. Ganz tief in ihrem Herzen auch ein Schoßhund, eben ein Zwergschnauzer in groß.

Nur auf all das andere, was man eben auch mit dazu bekommen kann, wenn man sich einen Riesenschnauzer kauft, darauf war ich überhaupt nicht vorbereitet. Und nur, um das hier in aller Deutlichkeit zu sagen: Die Züchterin trifft daran keine Schuld. Eva hat mir einen tollen Hund verkauft. Ich habe mich nur, in aller Naivität, überhaupt nicht damit auseinandergesetzt, was es heißt, einen Riesenschnauzer, noch dazu ein eher sportliches Exemplar wie Carotte, zu halten.

Ich hatte mir vorgestellt mit meinem Riesenschnauzer durch die Fußgängerzone zu flanieren, die Leine lässig um den Hals gehängt, im Café zu sitzen, Carotte entspannt zu meinen Füßen oder auch auf der Hundewiese rumzustehen, in nette Gespräche mit anderen Hundebesitzern verwickelt, während Carotte sich mit deren Hunden vergnügt.

Okay, vergnügen würde Carotte sich durchaus, aber eben zu ihren Vorstellungen, die so ungefähr lauten: „Mach dass es weggeht, mach dass es aufhört, mach dass die Lämmer zu schreien aufhören.“ Carotte ist eben, nicht untypisch für einen Riesenschnauzer, ein eher territorialer Hund und hat ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, was alles so zu ihrem Territorium gehört und wer sich darin aufhalten darf.

Und was wahrscheinlich jedem außer mir logisch und eingängig ist, musste ich erst lernen:

Wenn man einen Hund haben möchte, mit dem man durch die Fußgängerzone flanieren, im Café sitzen und sich am Hundestrand oder auf der Hundewiese vergnügen kann, dann ist ein Dienst- und Gebrauchshund vielleicht nicht unbedingt die Rasse der (ersten) Wahl.

Heute mache ich zwar all das: Ich gehe am Hundestrand spazieren, laufe mit Carotte durch die Fußgängerzone und gehe mit ihr ins Restaurant und ins Café. Aber das ist das Ergebnis einer langen und immerwährenden Reise. Rückschläge inbegriffen.

Drei Hunde spielen am Nordseestrand

 

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